Biographie

Jürg Solothurnmann (*1943) wuchs in Solothurn/Schweiz auf und studierte Musikwissenschaft, Musikethnologie, Moderne Geschichte, Journalistik und Jazz an der Universität Bern, der Swiss Jazz School und der Indiana University Bloomington IN. Seine einflussreichsten Lehrer waren der Komponist Sandor Veress, der Jazzpädagoge David N. Baker und der Musikethnologe George List. In seiner Kindheit und Jugend spielte er verschiedene Instrumente – Akkordeon (Volksmusik), Klavier (Klassik und Jazz), Five-String Banjo (American Folk), Marschtrommeln usw. und schliesslich Tenorsaxophon, das er weitgehend autodidaktisch erlernte. Schon als Student arbeitete er als Musikjournalist und Konzertveranstalter, und bis 2008 war er schliesslich auch ein prominenter Musikredakteur beim Schweizer Kulturradio DRS2. Von den 1970er Jahren an spielte er Postbop, Blues und afro-lateinische Musik und entwickelte seinen eigenen Stil schrittweise bis zum Free Jazz und dann zur freien Improvisation. Für seine Verdienste als Musiker, Rundfunkredakteur, Publizist, Veranstalter, Dozent, Gründer des CD-Labels Unit Records und Musik-Gewerkschafter wurde er mit mehreren Kulturpreisen ausgezeichnet.

Zu seinen bekanntesten Gruppen gehörten die „First Aid Band I-III“ (1985-92), das „Agasul Orchester“, „Alive According to E.E.Cummings“ (Lyrik vertont mit Improvisation) und die „Alpine Jazz Herd“ (1983-94), die zeitgenössischen Jazz mit alter Schweizer Volksmusik kombinierte und konfrontierte.

Seit den 1980er Jahren arbeitet er mit Musikern aus der Schweiz, Europa, den USA und dem Orient und Tänzern, Performern, Poeten, Filmemacher, Maler etc.

Die Musik

Season CoverSein eigener zeitgenössischer Stil entwickelt sich oft im weiten Uebergangsgebiet zwischen verschiedenen Mentalitäten, Kulturen und Stilen. Seine Projekte und Ensembles integrieren und transformieren ein breites Spektrum musikalischer Ansätze von „Folklore imaginaire“ bis zu gesprächsartigen oder sparsamen, pointilistischen Ereignissen und Geräuschen. Besonders faszinieren ihn auch die unzähligen Verwendungsweisen der menschlichen Stimme in der Weltmusik und experimentelle Musik.

Darum liebt er auch Begegnungen mit flexiblen Improvisatoren mit einem anderen kulturellen Hintergrund und den stilistischen Brückenschlag. Seine aktuellen Projekte im Zwischenfeld von Jazz und unidiomatischer Improvisation und sind auch von Neuer Musik und ethnischen Stilen beeinflusst. Ebenso willkommen sind gut überlegte Begegnungen mit Vertretern anderer Kunstmedien wie Lyrik, Slam Poetry, Tanz, Performance Art, Theater, Malerei, Medienkunst und Film. So vertonte er Lyrik von E.E.Cummings, Meret Oppenheim u.a.

Solothurnmann macht auch Konzepte und improvisierte Musik für Stummfilme, Kunstausstellungen und Sakralräume. Musik für die Filme über die Schweizer Künstler Werner Witschi und Lilly Keller.

Konzerte, Festivalauftritte, Tourneen und Workshops in der Schweiz und in Frankreich, Deutschland, Tschechien, Rumänien, Italien, Schweden, Russland und Weissrussland.

Gegenwärtig arbeitet er mit „In Transit“ feat. Michael J.Stevens, „Potage du Jour“ mit Franziska und Christoph Baumann, „Raw & Cooked“ mit Michel Wintsch und Christian Wolfarth, dem Quartett „Next“ und „September Winds“ – manchmal mit Evan Parker.

Pressestimmen

Einer der individuellsten Saxophonisten der Schweiz.>
(Christian Rentsch, Tages-Anzeiger Zürich, 6.2.2002)

Solothurnmann displays a great artistic maturity. His saxophone sings and praises ranging from the cry to the whisper - regardless of esthetic criteria. An existential statement fusing art with the real life.
(Virgil Mihaiu, Steaua Culture Magazine, Bucharest, 2002)

…an improviser / creator, who - open to everything - can suggest a lively sound excursion, which always is authentic music; because whatever Solothurnmann realizes and whatever the sources he's touching on, it never becomes banal or kitschy.
(Olga Grigorescu, Muzica, Bucharest, 2004)

Solothurnmann is a sleek, elegant player at times, but the moments of greatest inter­est come when he gets a bit gruff, grinding away at an interval for long stretches or scouring the horn with intensity.
(Cadence Jazz, Jason Bivins, New Haven USA, 2008)

Spielte mit

John Tchicai, Eddie Boyd, Hermann Keller, Günter Sommer, Joe Sachse, Hannes Bauer, Tony Scott, John Fischer, Bernd Konrad, Pinguin Moschner, Alex von Schlippenbach, Dieter Glawischnig, Günter Heinz, Uli Kieckbusch, Vinko Globokar, Pauline Oliveros, Ekkehard Jost, Bernhard Arndt, Heinz Erich Gödecke, György Szabados, Mihaly Dresch, Karoly Binder, Jan Wallgren, Kristian Blak, Han Bennink, the Moscow Tri-O, Valentina Ponomareva, Harry Tavitian, Anca Parghel, Mircea Tiberian, Liviu Butoi, Michael Nick, Thierry Madiot, Xavier Charles, Ellen Christi, Jan Wallgren, Harri Sjoström, Barre Phillips, Evan Parker, Fred Frith, Axel Dörner, Franz Hautzinger, Burkard Stangl, Lê Quan Ninh, Josep Maria Balanya, Nehad El-Sayed, Yue Ling Ling, Saadet Türköz etc. und mit vielen Schweizer Solisten und Bandleadern wie Mani Planzer, Hans Kennel, Hans Hassler, Pierre Favre, Heiri Känzig, Fredy Studer, Werner Lüdi, Urs Blöchlinger, Wädi Gysi, Mich Gerber, Jacques Widmer, Roland Schiltknecht, Olivier Clerc, Ian Gordon-Lennox, Katharina Weber, Franziska Baumann, Michel Wintsch, Béatrice Graf, Vinz Vonlanthen, Hans Anliker, Beat Unternährer, Marc Unternährer, Roland Dahinden, Christian Wolfarth, Heinz Geisser, Gérald Zbinden, Florian Stoffner, Marius Peyer, Christian Weber, Hans-Peter Pfammatter, Christoph Baumann, Dieter Ulrich and Daniel Studer.

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