SWsfantu zwei

SEPTEMBER WINDS

Raum-Improvisationen / Mobile Soundscapes

Hans Anliker, trombone
Peter A.Schmid, soprano, bass & contra bass clarinets, tarogato, sopranino sax, Tubax
Reto Senn - soprano & bass clarinet, tarogato
Jürg Solothurnmann, soprano & alto saxes
PLUS
Evan Parker, soprano & tenor saxes

ALTERNATIVE MITGLIEDER:
Marc Unternährer, tuba
Beat Unternährer, trombone

SWwalenstadt zwei Im Herbst 2000 trat das Quintett „September Winds“ auf Initiative von Peter A. Schmid erstmals zusammen. Schmid hatte am Zürichberg ein unterirdisches Trinkwasserreservoir entdeckt, das seit Jahrzehnten leer steht und auf jedes Geräusch mit einem enormen Hall reagiert. Genau diese Abnormität wollte er bei beim mehrtägigen Treffen als Besonderheit einbeziehen. Die unterirdische Zisterne, die an antike Mausoleen oder archaische Hallen erinnert, reagierte auf hohe, mittlere und sehr tiefe Frequenzen sowie auf verschiedene instrumentale Timbres sehr unterschiedlich. Einige Instrumente und Frequenzbereiche blieben klar hörbar, die meisten verschwammen. Das enorme Echo wurde jedoch quasi zum sechsten Mitwirkenden: man spielte mit seiner irregulären Natur und bezog es ausdrücklich in die Improvisation ein. Darum enthält die erste Doppel-CD „September Winds“ (Creative Works) Improvisationen mit einer anderen Struktur als in einem Raum mit normaler Akustik. Der lange Hall zwingt der Musik eine langsamere Entfaltung auf, und die Töne müssen sparsamer, isolierter gesetzt werden - ausser ein verwischtes Klangbild und diffuse Ballungen sind gewünscht.

Dieses Konzept ist zum Markenzeichen geworden. SW spielt auch unter „normalen“ akustischen Bedingungen, spezialisiert sich aber auf geschlossene, grosse und überakustische Räume - also Orte, die normalerweise von Musikensembles gemieden werden. Bisher kam es zu Auftritten in Kirchen, Museen, Ausstellungs- und Fabrikhallen, Museen, gedeckten Innenhöfen mehrstöckiger öffentlicher Gebäude und sogar im Thermalbad von Vals, Graubünden.

Swkirche zweiDie spezifische Charakterisik des Orts wird jeweils ein Teil der Performance, so dass die Auftritte zu einem Mittelding von Konzert und einer sich wandelnden Soundscape werden. Nach einem Test des Konzertorts wird eine Choreografie entwickelt, eine Inszenierung, die den Klang der einzelnen Instrumente in wechselnden Konstellationen verteilt und wandern lässt. Nur gelegentlich spielt das Quintett gemeinsam an einem Platz. Das Konzert kann eine zwei- oder gar dreidimensionale Performance werden. Im quadratischen Ausstellungsraum des Kunstmuseums Chur/Schweiz entstand zum Beispiel 2004 ein langsam kreisendes Szenario mit ständig wechselnden Konstellationen, das am Schluss wieder den Anfang erreichte. Manchmal wird das Publikum umkreist, oder ein Bläser begibt sich mitten unter die Leute. Und je nach Art des Orts kann auch das Publikum individuell die Position wechseln und sich so seinen eigenen Soundmix suchen.

Die klanglichen Resultate sind alles andere als diffus. Die verschiedenen Instrumente und die erfahrenen, namhaften Improvisatoren garantieren für ein breites Spektrum von Klangfarben und Klangkombinationen. Die Musiker arbeiten mit Aspekten wie nah/trocken und fern/hallend, mit transparent und dicht, mit Punkten, Linien und Klangflächen, mit links und rechts, oben und unten und mit sichtbar und unsichtbar um nur ein paar zu nennen. Es gibt Antiphonien und Responsorien und Szenen vom feinen andeutenden Solo bis zum donnernden Tutti, und manchmal erzeugen wechselnde Spielrichtungen der Instrumente unerwartete Effekte und Kontraste. J.S.

September Winds has 3 CDs veröffentlicht:

„September Winds“ (Creative Works Records CW 1038/39 & CW 1036) - CD Rewiews

…sounds like rings on the water…
Tages Anzeiger, Zürich

The highlight is a one hour’s improvisation with all the five musicians. Tremendous!!!
Jazzlive, Wien

Presently it should be difficult to find a wind ensemble recording which is more suspenseful and euphonic
Bad Alchemy, D-Würzburg

On the self-explanatory Almost one hour it is impossible to distinguish individual contributions, as over time they become a flock of twittering birds, rumling subterranean demons, an angelic choir.
Art Lange, Chicago

This is an amazing feat of actual musical sensitivity
The Wire, London

„Alder Brook“ (Leo Records CD LR 379) - CD Reviews

SWhupverbot…but the inspiration, perhaps because of the magnificent aural environment, perhaps because of the aggregation of tremendous talent (solar flares that day? blessings by the glorious god Shamash? something they shared at breakfast?) never flags. Each player shifts seamlessly from rushing river to racing skiff and back (and which is the master here, river or boat?) …. Each artist had that one day he’d been dreaming about all his life until then: the day when every passage danced like a thousand butterflies…
Walter Horn, Bagatellen

Much of these explorations sound partially composed since there is a great deal in intense listening and responding, hence very focused and inter-connected in the way they weave their tapestries together. There is a warm and suspense-filled spaciousness here, as they take their time, the textures become more dense…. The quintet do a wonderful job of taking their time to stretch out certain resonant notes so that one can feel/observe their textures which often float on space, providing rich and haunting harmonies as they sustain sounds and drone together. Each musician appears to get a chance to lead and navigate the rapids, each shines in their own way. Another superb offering from the great Leo network.
Downtown Music Galery, NYC

„Short Stories“ (Leo Records CD LR 428) - CD Reviews

It’s a startlingly hilarious blend of Boulez and jungle-era Ellington, the opening chromatic saxophone flourish and succeeding cadenza, dripping with vibrato and 1930s nostalgia, being complimented by growling muted trombone. A poignantly climactic moment of “harmony” drives the point home, and like many of the other tracks, this one simply stops, the space between pieces becoming as important as the music. The longest piece here is about five minutes, the shortest—also the last—is a 44-second romp through serialized Dixieland again, appropriately entitled “Fresh Ending”. It is just that, but I was left wishing for more. This disc is tons of transcendental fun, impossible to absorb but never unapproachable, and I’m left hoping for a sequel.
Marc Medwin, One Final Note NYC

September Winds' records always make for inviting listening, but brevity seems to have honed their chops even sharper. Short is definitely sweet on Short Stories.
Christian Carey, Splendid Magazine Online

...eine für mich kaum möglich gehaltene musikalische Dichte, die eine Komposition in der heutigen Zeit einfach haben muss, um merkbar zu werden. Gleichsam die Essenz aus einer Art musikalischer Destillation. Dabei spielen Kontraste, instrumentell und klanglich, eine besondere Rolle. Die wie aus einem Guss wirkenden Stücke sind aber nicht notiert, sondern haben trotz ihrer Kürze keinen Wiederholungscharakter, können also an anderer Stelle durchaus anders klingen. Das Zusammenwirken der klanglich so kontrastreichen Bläserinstrumente scheint derartig perfekt und konturenreich, dass in einigen Stücken binnen kurzem fast hypnotische Momente einstellen, die indische Musik, europäische Klänge und vor allem frei-improvisierten Jazz nahtlos miteinander verschmelzen lassen, ein Anliegen, dem sich Jürg Solothurnmann schon seit Jahren verschrieben hat.
Ulfert Goeman / Jazz Podium, Deutschland

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