IN TRANSIT

Jürg Solothurnmann, Saxophones
Michael Jefry Stevens, Piano
Daniel Studer, Kontrabass
Dieter Ulrich, Schlagzeug

ITRDRSDie vier Musiker können auf einer langjährigen breiten Erfahrung aufbauen mit verschiedenen Formen, Mentalitäten und Stilrichtungen (von Blues und Post Bop bis zu freier Kammermusik und ethnischen Stilen). Auf diese beziehen sie sich in offener, intuitiver Weise – allerdings ohne irgendein vorkomponiertes Material! Die freien Improvisationen müssen etwas Kohärentes haben, denn Freiheit bedeutet keineswegs die Abwesenheit von Form. Sie verlangt vielmehr intuitive Entschlusskraft und eine unmittelbare Gestaltung - ähnlich wie etwa bei einer Konversation oder einer freien Rede. Ideen, die auftauchen, werden registriert und spontan als motivisches Material und Sujet des momentanen Ereignisses benutzt. Nicht selten wirken die Resultate wie kleine Kompositionen. – Die Musik von In Transit hat ein breites Spektrum und ist manchmal sehr lebhaft und expressiv, manchmal lyrisch und minimalistisch.

Der Berner Saxophonist Jürg Solothurnmann und der vielgereiste New Yorker Pianist Michael Jefry Stevens haben sich Ende der 90er Jahre getroffen. Weil Stevens lebhaftes Interesse für die Auffassung und Methoden Solothurnmanns bekundete, entstand das Quartett In Transit. Sein Name ist Programm: Man trifft sich, wenn Stevens Europa besucht, und die jazznahe Musik ist vollständig improvisiert. Sie entsteht und vergeht im Moment.

Michael Jefry Stevens (*1951) war lange ein Mitglied der Szenen in New York und Memphis, TN. Seine Diskografie umfasst mehr als 50 CDs mit eigener Musik, und er arbeitet regelmässig in den USA und auf Europatournee mit Ensembles wie der Fonda/Stevens Group, Conference Call Quartet, Stevens-Siegel-Ferguson Trio, Griffith/Stevens Quartet und Sorgen-Rust-Stevens Trio. Er spielte oder spielt mit namhaften Musikern wie Dave Douglas, Han Bennnik, Leo Smith, Mark Feldman, Gerry Hemingway, Thomas Chapin, Steve Turre, Valery Ponomarev, Cecil Bridgewater, Pheeroan Aklaff, Michael Rabinowitz, Peter Herbert und Gebhard Ullmann. Auch bei In Transit verhehlt er seine umfangreiche intensive Erfahrung mit traditionellen Jazzstilen nicht, aber ist jederzeit in der Lage seine Kollegen und Zuhörer mit ungewöhnlichen Erfindungen und Wendungen zu überraschen. Er liebt besonders auch den musikalischen Austausch mit Europäern.
"A monster player...a composite of styles....busy, powerful" (Harrisburg Sunday Patriot News)
Michael Jefry Stevens

IRTEschenDies kommt Jürg Solothurnmann (*1943) sehr entgegen, der einen Mittelweg bevorzugt und sich in jüngerer Zeit besonders mit „instant composition“, „folklore imaginaire“ und ethnischen Musikstilen (Afrika, Indien, islamischer Raum), mit der Beziehungen zwischen Wort, Stimme und Instrument sowie der Beziehung von Form und freier Improvisation befasst hat. Biografie Solothurnmann

Der Zürcher Dieter Ulrich (*1958) ist einer der vielseitigsten, markantesten Schlagzeuger der Schweiz und ein grosser Kenner der Jazzgeschichte. Vielleicht auch weil das klassische Klavier lange Zeit sein erstes Instrument war, besitzt er ein scharfes Ohr und einen ausgeprägten Sinn für Form und Klang. Der graduierte Kunsthistoriker lebt in Zürich. Von den frühen 80er Jahren an war er ein wichtiger Weggefährte von Urs Blöchlinger und unterwegs besonders auch mit Werner Lüdi und Bob Mover. Er spielte mit vielen unterschiedlichen Gruppen zwischen Bebop und Avantgarde und ist Autor einer Reihe von grossen Multimedia-Projekten und Kammeropern mit Kunstsujets für diverse Theaterensembles. Aber vor allem war er im Konzert und Studio tätig und auf Tournee rund um die Welt: von Novosibirsk bis Madagaskar, von Bangalore bis Vancouver und Chicago. Ulrich ist auf über 40 CDs präsent mit U. Blöchlinger, W. Lüdi, Tom Varner, E.L. Petrowsky, Vinny Golia, David Taylor, Oliver Lake und vielen Schweizer Musikern verschiedenster musikalischer Orientierung.

Daniel Studer (*1961) behandelt den Kontrabass energisch und virtuos und erweitert die herkömmlichen Techniken im Interesse einer grossen Vielfalt von Sounds. Seit seinem klassisches Studium in Rom (1981-1995) lebt er in Zürich. Er machte zusätzliche Kompositionsstudien bei J. Schöllhorn, war Gastkomponist des Elektronischen Studios Basel und hat Music konzipiert für Videopoems, mit Texten und mit Tanz sowie Klanginstallationen. Er fühlt sich heimisch im Zwischenfeld von neuem Jazz und moderner Klassik. Seine wichtigsten Improvisationsprojekte sind ein Kontrabassduo mit Peter K Frey, ein Streichtrio mit Harald Kimmig und Alfred Zimmerlin, das Trio III-VII-XII mit Mischa Käser and Urs Haenggli und ein Duo mit Katharina Klement. Mit verschiedenen Gruppen ist er in diversen europäischen Ländern und in Japan aufgetreten und spielte mit vielen italienischen Musikern wie Solisten wie Eugenio Colombo, Riccardo Lay, Riccardo Fassi, Paolo Fresu, Antonello Salis, Sebi Tramontana und Massimo Urbani, Amerikanern wie Lester Bowie, Steve Grossmann, Barney Kessel, Tony Scott und Mike Melillo sowie Harald Kimmig, Hans Koch, Joëlle Léandre, Evan Parker, Irene Schweizer, Jürg Solothurnmann, Michael Jefry Stevens, Co Streiff, Urs Voerkel, Chris Wiesendanger, Christian Wolfarth und Omri Ziegele. - Studer unterrichtet an Musikhochschulen der deutschsprachigen Schweiz.
www.danielstuder.ch

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